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Hallo nach Deutschland!
Wie ihr bemerkt habt, hänge ich mit meinen Berichten ein wenig hinterher und möchte Euch hiermit wieder auf den aktuellen Stand der Dinge bringen. In diesem Eintrag, der etwas länger wird, soll es um mein vergangenes Wochenende in Washington DC gehen. Da ich in meiner freien Zeit nach dem Praktikum so viele interessanten Plätze der USA wie möglich sehen wollte und da mir Benny, einer meiner Studienkollegen, mit denen ich im November in New York war, so viel Gutes davon berichtet und es mir absolut empfohlen hat, habe ich an meinen New York - Trip noch 3 Nächte in „The Nation’s Capital“ drangehängt.
Wie im vergangenen Bericht geschrieben, bin ich freitags abends von New York aus losgeflogen. Es war definitiv das kleinste Flugzeug, mit dem ich jemals geflogen bin. Insgesamt hatte es 3 Sitzplätze pro Reihe, links 1 Sitz, rechts 2 Sitze. Überraschenderweise war es ein super angenehmer Flug und so war ich schon nach 1 Stunde in Washington. In den folgenden 3 Nächten sollte ich mir nun ein Zimmer mit 5 Asiaten im International Hostel teilen.
Die folgende Nacht sollte relativ kurz sein, denn die Asiaten sind zu den unmöglichsten Zeiten in und aus dem Zimmer gerannt. Seis drum, auch ich musste relativ früh aufstehen, denn ich wollte an einer kostenlosen Tour zu den verschiedenen Monumenten, die Washington zu bieten hat, teilnehmen. Punkt 9 Uhr kam „Jeff“, der Tour Guide, in die Lobby des Hostels. Jeff selbst war vom Outfit und von seiner Art her wohl irgendwo in den 90ern hängen geblieben, aber echt ein lustiger Typ. Zunächst hat er alle Teilnehmer gefragt aus welchem Land sie kommen. Als er zu mir kam und ich ihm „Germany“ gesagt hatte, meinte er nur: „Oh, you’re Christian?! Benny warned me about you!“ Da hatte sich Benny, dem ich natürlich erzählt habe, dass ich die gleiche Tour mache wie er ein paar Monate zuvor, einen Spaß erlaubt und Jeff quasi vorgewarnt. Ein sehr lustiger Start in den Morgen! Die Tour an sich war nicht unbedingt so, wie man sich eine geführte Tour vorstellt. Jeff hat von vornherein gesagt, dass er uns nicht mit Jahreszahlen langweilen möchte, sondern eher auch mal eine Geschichte, die man nicht so kennt, zum Besten geben wird. So wurde es eine echt interessante und spannende Tour und so hat man gar nicht richtig bemerkt, dass die Tour 6 Stunden gedauert hat. Wir sind an so vielen, teils historischen, Orten vorbeigekommen, die ich nun hoffentlich noch alle zusammen bekomme. Folgende Punkte waren Bestandteil der Tour:
Das weiße Haus, das Washington Monument (Obelisk), das Jefferson Memorial, das Franklin Delano Roosevelt Memorial, das Lincoln Memorial inklusive dem Punkt an dem Dr. Martin Luther King jr. seine historische Rede „I have a dream“ gehalten hat, das Korean War Memorial, das Vietnam Veterans Memorial und das World War II Memorial.
Anhand dieser Liste könnt Ihr Euch vielleicht auch den Weg vorstellen, den wir dabei zurückgelegt haben. Während der Tour habe ich 2 Deutsche, Melanie und Michaela, kennengelernt, die zur Zeit als Au-Pairs in Chicago arbeiten, mit denen ich ab dem Ende der Tour gemeinsam durch Washington gezogen bin. Der restliche Tag sollte uns unter anderem noch zum Capitol bringen, wo Barack Obama ein paar Wochen zuvor zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt wurde. Abends sind wir dann zusammen etwas essen gegangen und zwar in einem deutschen Restaurant. Sensationellerweise hatten sie dort sogar frisch gezapftes Hefeweizen, was ich mir natürlich nicht entgehen lassen habe. Ich weiß nicht was uns geritten hat, aber nachdem wir tagsüber bereits 10 Stunden durch Washington gelaufen waren, haben wir uns dafür entschieden uns bestimmte Monumente nochmals bei Nacht anzusehen, was uns Jeff absolut empfohlen hatte. Also sollten aus den 10 Stunden insgesamt 12 werden. Als wenn ich bzw. wir in New York nicht schon genug gelaufen wären. Im Nachhinein muss ich jedoch sagen, dass es absolut die richtige Entscheidung war, denn mit nächtlicher Beleuchtung waren manche Monumente noch beeindruckender. In der folgenden Nacht haben mich dann auch die Asiaten nicht mehr gestört, denn ich habe vor lauter Müdigkeit absolut nichts mehr mitbekommen.
Sonntags haben wir uns dann zunächst einmal auf den Weg zum Pentagon gemacht. Das war jedoch eher enttäuschend, denn ausser einer Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge vom 11. September war es lediglich ein 5-eckiger Kasten aus Stein. Weiter ging es dann zum Arlington Cemetery, den man schon in unzähligen Hollywoodfilmen gesehen hat, denn dort stehen mehr als 300.000 der weißen Gedenksteine für Soldaten der US Army. Des Weiteren sind dort unter anderem das Grab, bzw. die Gedenkstätte von John F. Kennedy und das Grab des „Unknown Soldiers“, welches stellvertretend für alle unidentifizierten und niemals gefunden Soldaten, die im Krieg gefallen sind, steht. Am frühen Abend sind die beiden dann wieder zurück nach Chicago geflogen und ich habe den restlichen Abend einfach nur noch im Hostel bei ein paar Bierchen mit ein paar deutschen Kerlen, die ich dort noch kurzfristig kennengelernt habe relaxed, dabei unter anderem den New York Bericht verfasst und ansonsten einfach nur meine Füße nach 10 spannenden, genialen aber auch anstrengenden Tagen hochgelegt.
Am Montag bin ich nochmals kurz zum Arlington Cemetary aufgebrochen, denn ich wollte mir noch das Marine Corps War Memorial, das größte Bronzedenkmal der Welt, anschauen. Es zeigt das berühmte Bild der 6 Soldaten, die die amerikanische Flagge in den steinernen Boden im Kampf um die Pazifikinsel Iwo Jima rammen.
Später hatte ich dann noch eine etwas größere Reise vor mir. Ich weiss nicht was mich geritten hat, aber ich habe meinen Rückflug nach San Diego vom Baltimore Airport gebucht. Es muss wohl am Preis gelegen haben. Das hieß, dass ich zunächst 35 Minuten mit der Metro fahren musste und dann noch mal eine halbe Stunde mit einem Shuttlebus. Der Flug hat mich mit einem Zwischenstop in Salt Lake City, wo es tiefster Winter ist, zurück nach San Diego gebracht. Nach meiner Ankunft bin ich jedoch nicht in meine alte Bleibe gefahren, denn 15 Minuten vor dem Abflug in Baltimore hat mir mein Vermieter mitgeteilt, dass ich mir für diese Nacht bitte ein Hotelzimmer auf deren Kosten nehmen soll, weil sie eigentlich in den vergangenen Tagen Holzfußboden in der Wohnung verlegen wollten, die Arbeiter jedoch nicht annähernd mit meinem Zimmer fertig geworden sind. Selbst dran schuld, wenn man nicht bei der Firma Kramwinkel ordert ;) Das Zimmer sollte jedoch am kommenden Nachmittag fertig werden. Als ich jedoch in die Wohnung kam hat mir mein Vermieter gesagt, dass die Arbeiter auf Grund von einem massiv unebenen Boden, der erst ausgeglichen werden muss, noch immer nicht mit dem Verlegen des Holzes angefangen hatten. Da es absolut ungewiss ist bzw. war, wann das Zimmer nun letztendlich fertig wird und die Wohnung sowieso eine einzige Baustelle ist, habe ich die Miete für eine Woche zurückbekommen und bin für meine letzten Tage komplett in ein Hotel gezogen. Auf Grund der Kurzfristigkeit war dort leider nur noch ein Raucherzimmer frei, welches ich erst heute, nach 2 Nächten, wechseln konnte. Ich habe es mir zwar nicht so ganz vorgestellt, aber ändern kann ich es nun auch nicht. Dadurch werde ich mir mit Sicherheit meine letzten Tage nicht vermiesen lassen :)
Mein Rückflug nach Deutschland rückt näher und näher und so werde ich mich am 01.04. (nein, kein Scherz) um 6.35 Uhr Ortszeit San Diego (15.35 Uhr in bei Euch) auf den Weg zurück nach Deutschland machen. Ankunft ist am 02.04. um 8.25 Uhr am Airport Frankfurt.
Von meinen letzten Tagen hier in San Diego werde ich Euch Anfang der kommenden Woche nochmals berichten. Bis dahin...Euch ein schönes Wochenende!!
Christian
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