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Samstag, 14. februar 2009 6 14 /02 /2009 00:28

Hallo zusammen...oder ist die allgemeine Begrüßungsformel schon in "Hellau" umbenannt worden?!

Während ihr gerade wahrscheinlich auf irgendeiner Faschingsveranstaltung die Puppen tanzen lasst, komme ich gerade mal wieder dazu einen neuen Eintrag zu verfassen. Mir gehts heute nicht ganz so gut, weil ich böses Muskelkater habe. Vergangene Woche hat mich jemand per E-Mail angeschrieben, ob ich nicht Lust hätte mal mit ihm Tennis zu spielen. Da ich bislang noch nicht wirklich dazu gekommen bin, habe ich natürlich zugesagt. Ulli hat in Deutschland jedoch teilweise Verbandsliga, also bis zu 3 Ligen höher gespielt als ich und deswegen hat er mich gestern ganz schön über den Platz gejagt. Egal, es hat trotzdem riesig Spass gemacht und ne bessere Vorbereitung auf die kommende Saison gibt’s wohl kaum.

 

Wie ihr in der Überschrift schon lesen könnt, sind es nur noch 2 Wochen bis zum Ende meines Praktikums. In genau 7 Wochen bin ich schon wieder in Deutschland. Höchste Zeit also die Zeit hier sinnvoll zu nutzen mit Sachen, die ich unbedingt noch machen bzw. sehen möchte.

Vergangenes Wochenende habe ich schon mal damit angefangen und die USS Midway, einen Flugzeugträger, der im Hafen von San Diego nach 47 Jahren (1945-1992) Dienst auf hoher See zum Museum umgebaut wurde, besichtigt. Vor der Besichtigung hatte ich keine großartige Vorstellung davon, was mich erwarten würde und so habe ich mit maximal 2 Stunden dort gerechnet. Gleich an der Kasse gab es eine erste positive Überraschung, denn es gab für Studenten einen ermäßigten Eintritt. Also kam zum ersten Mal mein internationaler Studentenausweis zum Einsatz, der auch ohne weiteres akzeptiert wurde, prima!

Von aussen alleine erscheint einem dieses Schiff schon monströs. Wenn man dieses aber dann von innen besichtigt und sieht welche logistische Meisterleistung dahinter steckt ist das schon der helle Wahnsinn. Der Flugzeugträger war einer der letzten, der noch mit Benzin betrieben wurde. Bis auf diese Tatsache sowie Verpflegungslieferungen war er jedoch vollkommen unabhängig von der Aussenwelt. Auf diesem Schiff gab es einfach alles. Von der Großküche über die Reinigung weiter zum Friseur, der eigenen Krankenstation mit Operationssaal zum Postamt bis hin zu einem schiffseigenen Gefängnis...einfach alles. Die Bezeichnung Stadt auf See ist in keinster Weise übertrieben. Ich würde sogar sagen, dass dort einiges besser organisiert war als in so mancher Kleinstadt auf dem Land. Eine letzte große Rolle spielte der Flugzeugträger im ersten Irakkrieg. Von der Midway aus wurden die ersten Angriffe auf Bagdad geflogen.

So, genug der allgemeinen Informationen. Nach dem Betreten des Flugzeugträgers, bekam ich eine Art kleinen Walkman, der quasi als persönlicher Führer gedacht war. Entlang einer vorgeschlagenen Route wurde man so quer durch das Schiff geführt und wurde mit dem Walkman an mehr als 50 Stationen mit Informationen über den jeweiligen Teil, in dem man sich befand, versorgt. Zusätzlich standen an vielen Punkten noch Veteranen, die einst in diesem Teil des Schiffes gedient hatten, mit denen man sich noch mal weitergehend unterhalten konnte und die einem bei Interesse ihre persönlichen Erlebnisse erzählt haben. Nach der Führung durch den Bauch des Schiffes, ging es aufs Flugdeck. Dieses war vollgestellt mit alten Düsenjets und Helikoptern aus den vergangenen Jahrzehnten, in denen die Midway auf See war. Einer der Höhepunkte aus meiner Sicht war die Besichtigung der Kommandobrücke, der höchste Punkt des Schiffes genannt „Island“, von dem man natürlich zusätzlich noch den besten Überblick hatte. Durch diesen Teil wurde man nicht mit dem Walkman, sondern in einer kleinen Gruppe von einem Veteran persönlich geführt. „Jerry“ hatte für 3 Jahre Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre auf diesem Teil des Flugzeugträgers gearbeitet und hatte damit natürlich viele persönliche Erlebnisse von denen er berichten konnte. Die Fakten und Erlebnisse, gepaart mit ein paar dummen Sprüchen haben die Besichtigung wirklich zum perfekten Abschluss gebracht. Alleine anhand der Menge, die ich hier nur über die Midway schreibe, könnt ihr Euch wahrscheinlich schon denken, dass es nicht bei 2 Stunden geblieben ist. Nach 5,5 spannenden Stunden habe ich mich dann langsam wieder auf den Heimweg gemacht. Echt ein super Erlebnis!

 

Ansonsten ist nun seit letzter Woche schon auch der kalifornische Winter zurück. Mit Temperaturen zwischen 10-15 Grad sowie jeder Menge Regen, teilweise Hagel und kaltem Wind bin ich dann doch wieder dazu gezwungen mit Jacke aus dem Haus zu gehen. Auch für das bevorstehende Wochenende und die kommende Woche ist nicht wirklich Besserung in Sicht. Aber nach so vielen schönen Tagen, die ich hier schon hatte, möchte ich mich mit Sicherheit nicht beschweren. Ausserdem ist das Wetter hier zur Zeit doch dem deutschen April sehr ähnlich und so kann ich mich schon langsam darauf einstellen, was mich dann ab April in Deutschland wieder erwartet.

 

So, das soll es mal wieder von mir gewesen sein. Ich hoffe ihr seid ordentlich am feiern und geniesst die närrischen Tage!

 

Mit den besten Grüßen aus dem heute mal wieder stark bewölkten San Diego,

 

Christian

von Christian
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